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Die Modellregionen von BIS im Überblick (BIS2, BIS1)

1 Pfelders 4 Graun im Vinschgau
2 Rodeneck 5 Schnauders
3 Wiesen 6 Klerant
  7 Taisten
  8 Gsies

Auftrag und Ziele des Projekts

Seit der Übernahme der Beschlüsse des Protokolls von Kyoto durch die Europäische Union und die nationalen Gesetze werden alternative umweltgerechte Energien auch in Italien u.a. durch die Vergabe grüner Zertifikate gefördert. Dies gilt insbesondere für die Gewinnung von Strom aus Wasserkraft, Windenergie, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie und Biomasse.

Bei der energetischen Verwertung von Biomasse unterscheidet man im Wesentlichen zwischen der in Südtirol gut entwickelten thermischen Verwertung von Holz, und der nur schwach vertretenen Fermentation, also der Gewinnung von Biogas aus Gülle und anderen nassen biologisch abbaubaren Stoffen.

Das durch den Vergärungsprozess gewonnene Biogas ist ein hochwertiger biologischer CO2 neutraler Brennstoff (das CO2 wurde von den Pflanzen durch die Photosynthese der Atmosphäre entzogen) der auf die verschiedenste Art im Energiekreislauf der Wirtschaft, besonders in ländlichen Gebieten, verwendet werden kann.

Biogasanlagen gehören heute zum Stand der Technik und sind im benachbarten Ausland bereits zu einem nicht mehr weg zu denkenden Teil der regenerativen Energiegewinnung geworden. Grundsätzlich sind diese Art von Anlagen auch in Südtirol anzudenken, wobei jedoch von unterschiedlichen Ausgangslagen ausgegangen werden muss.

Die Wirtschaftlichkeit der Erzeugung von Biogas ist bereits Stand der Technik und hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab:

1.)Anlagengröße, bzw. Verfügbarkeit entsprechend großer Mengen an Biomasse
2.)möglichst effiziente Verwertung der gewonnenen Energie

In einem Land mit einer stark dezentralisierten kleinbäuerlichen Struktur wie Südtirol ist vor allem der Faktor Anlagengröße das wesentliche Problem. Es gilt daher geeignete Organisationsformen und Betreibermodelle zu entwickeln. Dabei ist es nahe liegend so genannte Gemeinschaftsanlagen, in welchen sich mehrere Landwirte zusammenschließen, zu betreiben. Ein ausschlaggebender Faktor ist die Trennung zwischen Produktion des Biogases und energetischer Nutzung und die beiden Bereiche in getrenn­ten Gesellschaften zu organisieren um damit steuerliche und finanztechnische Vorteile zu erhalten.

Auf jeden Fall sind nur Gemeinschaftsanlagen rentabel die eine ganze Region, im Sinne von näherer Umgebung, abdecken. Eine Trennung zwischen der Biogasproduktion und der Verwertung / Verstromung des Biogases ist daher sinnvoll und notwendig. Die Entwicklung geeigneter Modelle zur Genossenschaftlichen Organisation der Biomasse­lieferanten und der Produktion des Biogases ist eines der Ziele dieses Projektes. Die Bereitstellung kritischer Mengen an Biomasse und geeigneter wegeoptimierter Standorte für die Fermenter ein Weiteres.

Zur konkreten Umsetzung dieser Ziele wurden mit Hilfe des Südtiroler Bauern Bundes geeignete landwirtschaftliche Modellregionen definiert. In diesen Gebieten wurden mit den lokal interessierten Biomasse- Produzenten sowie den möglichen Energie- Konsumenten Arbeitsgruppen für den Bau einer Gemeinschaftsbiogasanlage gebildet.

Diese Arbeitsgruppen dienten der Konsensfindung, aber auch der raumordnerischen, wirtschaftlichen und umweltgerechten Optimierung der untersuchten Anlagen. Aufbauend auf die lokalen Rahmenbedingungen wurden Businessmodelle & Business­pläne entwickelt um die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu berechnen und nachzuweisen.

Weiters wurden die rechtlichen und normativen Voraussetzungen für die Realisierung der Anlage geprüft. Eine technische Detailplanung bzw. das Ausarbeiten eines Vorprojektes für die jeweils zu verwirklichenden Anlagen in den Modellregionen ist nicht Gegenstand dieser Studie. Entsprechende Projekt müssen von kompetenten Fachleuten und Technikern durchgeführt werden.

Europäischer Sozialfonds