Biogas ist durch veränderte Rahmenbedingungen sowie technische Weiterentwicklungen ein häufig diskutiertes Thema. Vor allem der Gewinn von elektrischer Energie durch die Verstromung des gewonnenen Biogases ist diese Art von Anlagen durchaus wirtschaftlich konkurrenzfähig geworden. Durch die staatlichen Förderungen der "Grünen Zertifikate" ist ein zusätzlicher Anreiz gegeben, da das erhöhte Entgelt für die in das Stromnetz eingespeiste elektrische Energie auf 8 Jahre, in speziellen Fällen sogar bis auf 12 Jahre, festgeschrieben ist. Nicht wenige Landwirte erhoffen sich durch die Biogasproduktion eine zusätzliche Einnahmequelle. Umwelt- und Klimaverträglichkeit sowie gesellschaftliche Akzeptanz (Verminderung der Geruchbelästigung und Verschönerung des Landschaftsbildes) lassen Biogasanlagen daher zunehmend zu einem zentralen Thema für die Landwirtschaft werden.

Biogas entsteht bei der Zersetzung organischer Stoffe unter Luft- und Sauerstoff­abschluss. Es handelt sich damit um einen anaeroben Abbauprozess ("Faulen") orga­nischer Masse mit Hilfe von Bakterien, der auch in natürlichen Stoffkreisläufen vorkommt und in Zusammenhang mit der Biogasproduktion als Vergärung bezeichnet wird.

Im Prinzip handelt es sich bei der Biogasproduktion um denselben Prozess, der in jedem Kuh- Magen zur Verdauung der organischen Substanzen stattfindet, wie dies auch eine Grafik der Energie Schweiz veranschaulicht.

Biogasproduktion

Das entstandene Biogas wird in der Biogasanlage als erneuerbarer Energieträger meist in Kraft- Wärme- Kopplungsanlagen zu Wärmeenergie und elektrischer Energie verwertet, welche in Eigen­verbrauch der Anlagen bzw. in eine „Fernwärmeversorgung“ bzw. in das Stromnetz eingespeist werden.

Biogasanlagen selbst sind bereits seit langem bekannt und wurden in Europa erstmals nach der ersten Ölkrise vor allem in Deutschland zur Gewinnung von Wärme benutzt. Die kombinierte Kraft- Wärme- Kopplung, in der sowohl Strom als auch Wärme erzeugt werden, kam erst später dazu. Und damit ist die Zeit der heutigen modernen Biogasanlagen gekommen, in denen mittels NAWARO- Anlagen (Anlagen mit nachwachsenden Rohstoffen, vor allem Maissilage) hauptsächlich Strom produziert wird. Diese Anlagen sind technisch bereits als kleine Kraftwerke anzusehen und haben mit den ersten ländlichen Anlagen nur mehr das Grundprinzip gemeinsam.

Dass das auch anders geht, beweist untenstehendes Schema einer Biogasanlage aus Nepal, wo mit einfachsten technischen Hilfsmitteln das gewonnene Biogas für den Verbrennungsprozess beim Kochen bzw. zum Betreiben einer Gaslampe verwendet wird. In vielen Ländern sind diese Art von Anlagen mit einfachster Technik und Bauweise als Hausanlage weit verbreitet.

Biogas Ablauf

Weitere Informationen finden Sie auf der Website http://www.bio-energie.de